Intrauterine Lasertherapie

Perinatalzentrum

Sprecher:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Dr. med. Patrick Morhart

Intrauterine Lasertherapie bei Zwillings-Transfusionssyndrom

Liebe werdende Eltern!

Bei etwa jeder fünften Zwillings-Schwangerschaft werden beide Feten durch einen Mutterkuchen (Plazenta) versorgt, man spricht von "monochorialen" Zwillingen.

Dabei kann es in ca. 10% der Fälle durch Querverbindungen der Blutgefäße zwischen beiden Plazentahälften (Anastomosen) zu einem Ungleichgewicht des Blutaustausches zwischen beiden Feten kommen. Dieses Krankheitsbild wird als Zwillingstransfusionssyndrom oder auch Feto-Fetales Transfusionssyndrom (FFTS) bezeichnet. Erste Anzeichen sind unterschiedliche Fruchtwassermengen zwischen dem mangelversorgten Feten (Donor) und dem überversorgten Feten (Akzeptor).

Unbehandelt führt das schwere FFTS im 2. Trimenon in 80-90% der Fälle zum Versterben einer oder beider Feten. Ursachen sind Spätaborte, Blasensprung, extreme Frühgeburtlichkeit oder intrauteriner Fruchttod.

Lasertherapie bei Zwillings-Transfusionssyndrom

Die einzige ursächliche Therapie besteht in dem fetoskopischen Verschluss aller plazentaren Gefäß-Anastomosen. Dieser Eingriff wird minimal-invasiv in Regionalanästhesie (Spinalanästhesie) der Mutter durchgeführt. Nach Identifizierung der Anastomosen auf der Plazenta, werden diese mittels einer durch den Arbeitskanal eines Fetoskops eingeführten Laserfaser koaguliert. Im Anschluss an den Eingriff wird das überschüssige Fruchtwasser des empfangenden Zwillings (Akzeptor) abgelassen.

Ansicht des Donors/Akzeptors
Fetoskopische Sicht auf die Plazenta mit
Gefäß-Anastomose und Pilotstrahl des Lasers
(grün)
Zwillings-Plazenta nach Laserkoagulation
(Siaghekke et al 2014)

Ergebnisse

Durch eine intrauterine Lasertherapie kann die Überlebensrate der Feten bei einem FFTS signifikant erhöht werden.

Überlebensrate nach FFTS-Stadium

Stadium IStadium IIStadium IIIStadium IV
0 Überlebende (%)7171830
1 Überlebender (%)17222920
2 Überlebende (%)76615450

≥ 1 Überlebende (%)

93838370

Quelle: Hecher et. al 2008

Alternativen

Alternativen des Eingriffs sind regelmäßige Fruchtwasser-Entlastungspunktion des Akzeptors. In Studien hat sich gezeigt, dass diese Behandlungsmethode mit geringeren Überlebenschancen (56% vs. 76%), sowie einer höheren Rate an Hirnschäden (14% vs. 6%) bei den Kindern einhergeht.

Zertfizierte Kompetenz in Erlangen

Am Perinatalzentrum Franken wird die intrauterine Lasertherapie nur durch Personal durchgeführt, das ein entsprechendes Zertifikat für fetoskopische Laserchirurgie erworben hat.

 
 
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Zusammenfassung