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Intrauterine Therapie

Von einer intrauterinen Therapie spricht man, wenn ein ungeborenes Kind bereits während der Schwangerschaft im Mutterleib (in utero = innerhalb der Gebärmutter) behandelt wird.

Eine solche Behandlung kann bei bestimmten Erkrankungen oder Fehlbildungen des ungeborenen Kindes erforderlich sein. Ziel ist es, die Erkrankung zu behandeln oder ihr Fortschreiten zu verlangsamen, um die Entwicklung des Kindes bestmöglich zu unterstützen. In manchen Fällen können dadurch eine Frühgeburt oder gesundheitliche Beeinträchtigungen nach der Geburt vermieden oder verringert werden.

Beispiele Intrauterine Therapien

  • mütterliche Gabe von Medikamenten, die auf das Kind wirken
  • mütterliche Gründe: z. B. Prophylaxe einer kindlichen Infektion mit Toxoplasmose oder Zytomegalie-Virus
  • fetale Gründe: z. B. Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenstörungen

Intrauterine Bluttransfusionen, also die Übertragung von Blutbestandteilen auf das ungeborene Kind, stellen eine wichtige Therapiemaßnahme bei Blutarmut (Anämie), z.B. aufgrund von mütterlichen Infektionen (u.a. Ringelröteln, Zytomegalie) oder aufgrund mütterlicher Antikörper gegen kindliche Blutbestandteile, dar. Dank der hohen Auflösung heutiger Ultraschallgeräte ist eine solche Transfusion meist direkt in die Nabelschnurvene möglich. Hierbei erfolgt eine ultraschallkontrollierte Punktion der kindlichen Nabelschnur durch die Bauchdecke. Nach Bestimmung der relevanten Blutwerte (Hämoglobin, Hämatokrit) im Schnellverfahren wird eine speziell auf das ungeborene Kind abgestimmte, genau berechnete Menge an Blut transfundiert. Auch bei einem Mangel an Blutplättchen (fetale Thrombozytopenie) kommt dieses Verfahren zum Einsatz.

Bei einer intrauterinen Shuntanlage wird während der Schwangerschaft ein kleines Röhrchen (Shunt) in den Körper des ungeborenen Kindes eingesetzt. Dieses Röhrchen hilft dabei, angesammelte Flüssigkeit abzuleiten und den Druck auf Organe zu verringern.

Mögliche Gründe: 

  • Abflussstörung der Harnblase
  • Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb oder Bauchraum

Mögliche Ursachen:

  • Harnröhrenklappe
  • Veränderungen des Lungengewebes

Ablauf:
Unter Ultraschallkontrolle wird der Shunt über eine dünne Nadel eingesetzt. Je nach Schwangerschaftswoche kann der Eingriff ambulant oder stationär erfolgen.

Die Intrauterine Lasertherapie wird bei einem sogenannten Zwillingstransfusionssyndrom eingesetzt. Dies kann bei eineiigen Zwillingen auftreten, die sich einen Mutterkuchen teilen.

Ursache
Im gemeinsamen Mutterkuchen bestehen Verbindungen zwischen den Blutkreisläufen der beiden Kinder. Dadurch erhält ein Kind zu viel Blut, während das andere zu wenig Blut bekommt.

Behandlung: 
Mit einem feinen Instrument werden die verbindenden Blutgefäße im Mutterkuchen mittels Laser verschlossen. Dadurch werden die Blutkreisläufe der beiden Kinder voneinander getrennt.

Ablauf:
Der Eingriff erfolgt stationär im Operationssaal unter Ultraschallkontrolle.

Die Fetalchirurgie ist eine besondere Form der Behandlung ungeborener Kinder während der Schwangerschaft. Dabei wird eine Operation am Kind durchgeführt, noch bevor es geboren ist.

Je nach Erkrankung kann der Eingriff als offene Operation über einen Schnitt an der Gebärmutter oder minimalinvasiv mit speziellen Instrumenten über kleine Zugänge erfolgen.

Sie wird bei ausgewählten Erkrankungen eingesetzt, bei denen eine Behandlung bereits vor der Geburt die Entwicklung und Gesundheit des Kindes verbessern kann. Ein Beispiel ist die fetale Spina bifida aperta („offener Rücken“).